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AMD

Die altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine chronisch verlaufende Erkrankung der Netzhaut des Auges, welche hauptsächlich die Makula betrifft. Die AMD gehört in Deutschland neben dem Glaukom und der diabetischen Retinopathie zu den ophthalmologischen Volkskrankheiten, die mehr als 75% aller Erblindungen ausmachen. Laut dem Weißbuch der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft von 2012 sind geschätzt über 1,5 Mio. Deutsche an AMD erkrankt, etwa 2,6 Mio. befinden sich in AMD-Frühstadien.

Ursächlich für die Entwicklung einer AMD ist die altersabhängige Anreicherung verschiedener Proteine, Lipofuszein und Immunzellen in den retinalen Pigmentepithelzellen (RPE). Dadurch verlieren die Zellen ihre Funktionstüchtigkeit und Lebensfähigkeit. Die zunehmenden Zellverluste im zentralen Bereich der Netzhaut führen zum Absterben der angrenzenden Photorezeptorzellen und damit verbundenen Sehverlust im zentralen Gesichtsfeld. Das seitliche Sehen und die visuelle Raumwahrnehmung sind meist nicht betroffen. Als Risikofaktoren sind neben dem Alter, das Rauchen, die genetische Veranlagung, oxidative Schäden durch Licht, die Ernährung sowie allgemeine Erkrankungen zum Beispiel Bluthochdruck, Blutzuckerkrankheit und Arteriosklerose bekannt.

Im frühen Stadium der AMD bilden sich gelbliche Ablagerungen von Stoffwechselprodukten, sogenannte Drusen, in der Makula. Im fortgeschrittenen Stadium wird die AMD in die trockene und feuchte AMD eingeteilt. Die trockene Form der AMD ist mit einem Anteil von 80% aller AMD-Fälle die häufigere Form der AMD. Diese ist gekennzeichnet durch einen schleichenden Verlust der Netzhautzellen in der äußeren Schicht (geographische Atrophie), der wiederum zu einer Sehverschlechterung im zentralen Gesichtsfeld führt.

Die gelblichen Ablagerungen, chronische Entzündung und Nähstoffmangelversorgung können zur Bildung von krankhaften, abnormalen, porösen Blutgefäßen unter und in der Netzhaut führen. In diesem Zustand leidet der Betroffene unter einer feuchten AMD. Flüssigkeit und Blut gelangen durch die porösen Gefäßwande in das umliegende Gewebe. Durch die Flüssigkeitsansammlung kommt es zum Makulaödem, welches von Blutungen begleitet werden kann. Im fortgeschrittenen Stadium kann dies zu einer irreversiblen Narbenbildung mit ausgeprägtem Sehverlust führen.

Der schmerzfreie und oft symptomfreie Verlauf der Erkrankung macht einen regelmäßigen Arztbesuch ab dem 60. Lebensjahr sinnvoll. Ein verzerrtes, verschwommenes Sehen beim Amsler-Gitter-Test kann Hinweise auf eine Makuladegeneration liefern. Folgende Verfahren sind wichtige Untersuchungen bei der AMD-Diagnostik:

1. Fluoreszenzangiographie

Diese Untersuchung dient zur Darstellung der Netzhautgefäße und bei einem Verdacht auf AMD durchgeführt.

2. Optische Kohärenztomographie (OCT)

Mittels OCT lassen sich die einzelnen Schichten der Netzhaut darstellen. Dadurch werden typische AMD-Schäden wie Ablagerungen oder Flüssigkeitsansammlungen in der Netzhaut erkannt. Diese Untersuchung soll in Verlaufskontrollen zur Beurteilung des aktuellen Zustands der Erkrankung durchgeführt werden.

Aktuell existiert keine zugelassene, wirksame Therapie zur Behandlung der trockenen AMD. Bestimmte entsprechend dosierte Nahrungsergänzungsmittel mit antioxidativer Wirkung wie Vitamin C, Lutein, Vitamin E, Karotenoide, bestimmte Mineralien sowie Omega-3 sollen helfen, das Fortschreiten der frühen trockenen AMD zu verlangsamen.

Die trockene Form der AMD kann im späten Verlauf in die feuchte Form übergehen.

Eine Behandlungsmöglichkeit für die feuchte AMD ist die sogenannte intravitreale operative Medikamenteneingabe, abgekürzt IVOM. Bei feuchter AMD und aber auch bei anderen Netzhauterkrankungen wie diabetischen Netzhautschäden und retinalen Gefäßverschlüssen ist diese Methode Therapie der Wahl. Hierbei wird ein Medikament in das Innere des Auges gespritzt und so die Wirkstoffe in einer für die maximale Wirkung erforderliche Menge in die Nähe der erkrankten Netzhautareale gebracht.

Bei der IVOM-Therapie der feuchten AMD hat das injizierte Medikament die Aufgabe, das Wachstum von krankhaften, porösen Blutgefäßen zu hemmen und so die Flüssigkeitsansammlungen in der Makula zu verringern. Dadurch lässt sich in den meisten Fällen das Sehvermögen wieder stabilisieren. Aktuell stehen 3 Präparate zur Behandlung der AMD zur Verfügung Lucentis, Eylea und Avastin. Alle Medikamente erfordern eine wiederholte Gabe, deren Intervall von der Art der Medikamente und von dem individuellen Krankheitsverlauf abhängig ist.

Zum Ablauf der IVOM-Therapie:

1. Aufklärungsgespräch

Hier wird nach der Diagnose der AMD der Therapieplan und die möglichen Risiken sowie das eingesetzte Medikament besprochen.

2. Tag der Injektion

Vor der Behandlung wird zunächst das Auge noch einmal voruntersucht. Die Pupillen werden mittels Augentropfen erweitert. Nach dem Desinfizieren und der örtlichen Betäubung des Auges erfolgt anschließend die Medikamenteneingabe mittels einer feinen Nadel. Es kann dadurch ein Druckgefühl entstehen.

3. Nach der Behandlung

Es werden antibiotische Augentropfen für den Zeitraum nach dem Eingriff verordnet, die mehrmals täglich anzuwenden sind. Zwei Tage nach dem Eingriff erfolgt der erste Kontrolltermin. Die weiteren Kontrolltermine werden individuell angepasst.

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