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Hornhauttransplantation (DMEK)

Descemet’s Membran-Endotheliale Keratoplastik (DMEK) ist die jüngste, schonende minimal-invasive Hornhauttransplantationstechnik zur Behandlung von Hornhauterkrankungen.

Hiermit können Erkrankungen behandelt werden, die die innere (hintere) Schicht der Hornhaut - nämlich die Endothelzellschicht- betreffen.

Die Fuchs-Endotheldystrophie und die bullöse Keratopathie zählen zu diesen Erkrankungen.

Die Fuchs-Endotheldystrophie ist eine (meist) genetisch bedingte Hornhauterkrankung, bei der die natürliche Funktion des Hornhautendothels gestört ist (Abpumpen des Wassers aus der Hornhaut in die Vorderkammer des Auges). Die daraus resultierende Flüssigkeitsansammlung in der mittleren Schicht der Hornhaut, nämlich dem Stroma, führt zu den für die Fuchs-Endotheldystrophie typischen Symptomen.

Der Patient bemerkt eine Verminderung der Sehschärfe, verschwommenes Sehen und eine erhöhte Lichtempfindlichkeit. Der Patient bemerkt außerdem eine tageszeitliche Schwankung der Symptome: diese sind morgens stärker als am Abend.

In manchen Fällen führt die Fuchs-Endotheldystrophie zu einer bullösen Keratopathie. Postentzündliche, posttraumatische oder postoperative Endothelschädigungen, die beispielsweise nach einer Kataraktentfernung auftreten können, sind weitere Ursachen einer bullösen Keratopathie.

Dabei bilden sich im Hornhautstroma mit Flüssigkeit gefüllte Blasen, die beim Aufplatzen Schmerzen und Fremdkörpergefühl auslösen. In fortgeschrittenem Stadium kann das Hornhautstroma eintrüben, wodurch die Hornhaut ihre Transparenz verliert.

Wie läuft die Operation ab?

Gemeinsam mit dem behandelten Augenarzt entscheidet sich der Patient für das Betäubungsverfahren seiner Wahl. Ob eine Kurznarkose oder eine Vollnarkose ist individuell abzusprechen.

Der Eingriff dauert ungefähr 20 - 40 Minuten.

Zu Beginn der Operation wurde bereits vorab die Spenderlamelle von dem Hornhauttransplantat präpariert und erneut auf eine ausgezeichnete Qualität geprüft.

Zu Beginn der Operation wird eine Markierung auf die Patientenhornhaut (Epithel) aufgesetzt, so dass die Größe des Spendergewebes mit der Größe der entfernten Endothelzellschicht übereinstimmt.

Nun werden Schnitte an der durchsichtigen Hornhaut angelegt und nur die erkrankte innere Endothelzellschicht mit der Descemetmembran mit einer Gesamtdicke von nur ca. 15 µm entfernt.

Bevor die Eingabe der Spenderlamelle erfolgen kann, wird ein kleines Loch in die Regenbogenhaut präpariert, das dem Druckausgleich in den postoperativen Tagen dient.

Die Spenderlamelle wird zusammengerollt durch eine Glaspipette in das Auge geführt, jetzt erfolgt die Entfaltung, die der Chirurg durch leichtes Klopfen auf das Patientenauge kontrolliert herbeiführt.

Um die Spenderlamelle an der Position zu halten, wird nun ein Luft/ Gas-Gemisch in die Vorderkammer des Auges eingegeben und das Auge wird abgedichtet.

Nach der Operation muss eine konsequente Rückenlagerung eingehalten werden, so dass die Lamelle auch weiterhin angedrückt wird. Diese Lagerung sollte so lange eingehalten werden, wie die Vorderkammer mit der Gasblase gefüllt ist (ca. 5-10 Tage).

Eine DMEK Operation kann ebenfalls mit einer Katarakt Operation kombiniert werden.

Welche Komplikationen gibt es?

Jeder chirurgische Eingriff ist mit gewissen Risiken verbunden, so auch die DMEK. Die Komplikationsrate bei dieser Technik ist in der Regel sehr gering. Die am häufigsten auftretenden Komplikationen nach DMEK sind unter anderem:

1. Transplantatdislokation (-Ablösung)

Hierbei handelt es sich um die Ablösung des Transplantats, die durch zu schnelles Entweichen der Luft/Gas aus der Vorderkammer des Auges verursacht wird. Diese Komplikation ist mit einer Komplikationsrate von 5-10% die häufigste Komplikation nach einer DMEK-OP und tritt meist am zweiten bis vierten postoperativen Tag auf. Durch eine erneute Lufteingabe in die Vorderkammer, die meistens unter lokaler Anästhesie durchgeführt wird, lässt sich das Transplantat wieder in die richtige Stelle bringen. Der postoperative Anstieg der Sehschärfe ist dadurch nicht eingeschränkt.

2. Transplantatabstoßung

Eine Transplantatabstoßung kommt sehr selten vor (<1%) und ist nicht mit den Abstoßungsraten anderer Organtransplantationen zu vergleichen. Eine beginnende Abstoßung ist in der Regel mit lokalen Cortisonaugentropfen abzuwenden. Bei einer Sehverschlechterung und Rötung des Auges sollte der Patient in jedem Fall zum Augenarzt gehen.

Um dieser Komplikation vorzubeugen sollte nach der Operation langfristig die cortisonhaltigen Augentropfen eingetropft werden.

3. Transplantatversagen

Diese Komplikation hängt zum einen von dem Spenderalter und der Anzahl der Endothelzellen auf der transplantierten Hornhaut ab. Diese wird vor der Transplantation geprüft. Wie viele Endothelzellen bei der Transplantation geschädigt werden und verloren gehen, hängt von der Erfahrung des Chirurgen und der Anatomie des Auges ab.

Jährlich sollte eine Kontrolle mit Ermittlung der Endothelzellzahl erfolgen, um ein Transplantatversagen frühzeitig abzusehen.

Vorteile

  • Schnelle Sehkrafterholung (niedriger Astigmatismus/Hornhautverkrümmung)
  • Gute Visusprognose
  • Geringe Rate an Transplantatversagen (<1%)
  • Höhere Patientenzufriedenheit

Zahlreiche Studien haben gezeigt, dass die DMEK-Technik den anderen älteren Methoden (perforierende Keratoplastik) aufgrund der deutlich verbesserten Sehschärfe, der schnelleren Erholungszeit, der geringeren Abstoßungsrate und wenigen Oberflächenprobleme weit überlegen ist.

Die DMEK bieten wir Ihnen in der Augenklinik im Ring-Center durch erfahrene Hornhautspezialisten mit internationalem Ruf und vielen wissenschaftlichen Authorenschaften in der Wissenschaft an.

Die Operation ist mit einem anschließenden stationären Aufenthalt verbunden.

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